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Corona-Pandemie, Steuerberater und Finanzamt

Die Situation in Sachen Corona-Pandemie ändert sich im Moment leider stündlich. Die kurzfristigen wirtschaftlichen Auswirkungen werden für alle Unternehmen sehr schmerzhaft sein. Über gesicherte Erkenntnisse verfügen wir im Steuerbüro im Moment genauso wenig wie Sie. Wir beobachten die Situation jedoch sehr genau. Die Bundesregierung scheint sich aber die größte Mühe zu geben, die Bürger und die Unternehmen nicht im Stich zu lassen.
Erste Maßnahmen sind bekanntgegeben. Jetzt bleibt abzuwarten, ob die Verwaltung selbige auch schnellstmöglich und umfänglich umsetzt.

Kurzfristig wird das größte Problem unserer Mandanten sein, wie sie ihre Liquidität aufrechterhalten können. Hier sind verschiedene Maßnahmen denkbar, bei denen wir Ihnen behilflich sein können:

1. Steuerstundungsanträge, Anpassungsanträge für die festgesetzten Steuervorauszahlungen

Ertragsteuern: Es gelten erleichterte Voraussetzungen für Anträge auf Minderung der Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuer-Vorauszahlungen und bei Stundungsanträgen für fällige oder demnächst fällig werdende Steuerzahlungen. Zu diesem Thema hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) am 19.03.20 einen Erlass veröffentlicht (IV A 3 – S 336/19/10007 :002).
Sprechen Sie uns an! Bitte beachten Sie dabei aber, dass wir in unseren Anträgen begründen müssen, wie und in welchem Umfang Ihr Unternehmen von der Corona-Pandemie betroffen ist. Die unbegründete Aussage, dass Sie betroffen sind (das sind wir Alle…) genügt weiterhin nicht!

Umsatzsteuer: Bei der Umsatzsteuer handelt es sich um von Ihnen für das Finanzamt vereinnahmtes Fremdgeld. Eine Stundung ist gesetzlich nicht vorgesehen.
Ob die möglicherweise in den nächsten Wochen auftretende Tatsache, dass Ihre Kunden Zahlungen an Ihr Unternehmen zurückhalten, als Stundungsgrund anerkannt wird, bleibt abzuwarten. Bis dahin empfehlen wir Ihnen, besonderes Augenmerk auf Ihr Forderungsmanagement zu legen und Zahlungsverzug nicht zuzulassen!

Ergänzt am 25.03.2020:
Die Oberfinanzdirektion Karlsruhe hat die Steuerberaterkammer darüber informiert, dass die Stundung von Umsatzsteuer in der aktuellen Situation nicht ausgeschlossen ist. Hierfür müssen Sie aber die eventuell bestehende Einzugsermächtigung des Finanzamtes einmalig oder dauerhaft zurücknehmen. Die einmalige Rücknahme kann auf der Umsatzsteuervoranmeldung erfolgen. Sprechen Sie uns an.

 

Lohnsteuer: Bei der Lohnsteuer handelt es sich ebenfalls um Fremdgelder, die nicht stundbar sind. Stundungsanträge erscheinen auch in der gegenwärtigen Situation nicht aussichtsreich.


2. Kurzarbeit

Die größte Kostenposition im Unternehmen sind die Personalkosten. Diese Kosten können nicht von heute auf morgen eingespart werden. Es scheint aber so zu sein, dass die Regelungen zur Beantragung von Kurzarbeit an die aktuelle Situation angepasst und vereinfacht werden. Der Umfang der Kostenerstattungen soll erweitert werden.
Nach heutigem Stand sieht es so aus, dass auch bei Verhängung einer Ausganssperre die Arbeitnehmer, die nicht zuhause (im Homeoffice) arbeiten können, arbeiten gehen dürfen, sofern sie eine entsprechende Bescheinigung des Arbeitgebers mit sich führen. Fahrgemeinschaften sind dabei verboten.
Sollten sich Mitarbeiter in Quarantäne befinden, greifen Bestimmungen zur Erstattung von Personalkosten aus dem Infektionsschutzgesetz.
Wir gehen davon aus, dass wir in den nächsten Tagen und Wochen für die meisten unserer Mandanten Anträge auf Kurzarbeit stellen müssen. Sprechen Sie uns an!
Unser Softwareanbieter AGENDA hat ein Software-Update zur Bearbeitung der Kurzarbeit angekündigt. Bis dahin wird die Kurzarbeit mit den bestehenden Formularen angezeigt und abgerechnet.


Im ersten Schritt ist der Arbeitsausfall anzuzeigen. Das Formular «Anzeige über Arbeitsausfall» finden Sie hier:
Anzeige Arbeitsausfall
Dieses Formular muss von Ihnen unterschrieben an die Arbeitsagentur verschickt werden. Daraufhin bekommen Sie eine Stamm-Nr. zugeteilt. Diese benötigen wir unbedingt für die Lohnabrechnung. Im zweiten Schritt benötigen wir dann die tatsächlich ausgefallenen Stunden. Die Berechnung des Kurzarbeitergeldes und die Erstellung der Listen für die Erstattung bei Arbeitsagentur und Krankenkassen laufen dann über unser System. Am besten stimmen Sie sich kurz mit uns ab, bevor Sie die das Formular ausfüllen und versenden. Es ist aber sinnvoll, vorab die Fragen bereits durchzuarbeiten.


Aktuelle Informationen der Bundesagentur zum Kurzarbeitergeld während der Krise finden Sie hier:

https://www.arbeitsagentur.de/news/corona-virus-informationen-fuer-unternehmen-zum-kurzarbeitergeld

Ergänzt am 23.03.2020:

Hier gibt es auch ein Merkblatt für Unternehmen mit den aktuellen Regelungen zum Kurzarbeitergeld:

https://www.arbeitsagentur.de/datei/kug-corona-virus-infos-fuer-unternehmen_ba146368.pdf


Allgemeine Informationen zur Beantragung finden Sie hier:

https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/kurzarbeitergeld-video

 

3. Notfallkredite und Soforthilfeprogramme

Nach Berichten aus der Tagespresse können Unternehmen, die durch die Corona-Krise in finanzielle Schweirigkeiten geraten sind, ab der Kalenderwoche 13 Sonderkredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Anspruch nehmen. Die Kreditanträge sind über die Hausbank zu stellen. Wir gehen wie bei den Steuer-Anpassungsanträgen (s.o.) davon aus, dass die Anträge begründet sein müssen und Bedürftigkeit nachgewiesen werden muss.

Ergänzt am 25.03.2020:
Das Land Baden-Württemberg hat ein Soforthilfeprogramm aufgelegt, bei dem nicht rückzahlbare Zuschüsse ausgezahlt werden. Die Zuschüsse sind nur für nicht vor dem 11. März aufgetretene und von der Corona-Pandemie verursachte Liquiditätsprobleme (Umsatzeinbrüche) vorgesehen. Bitte beachten Sie genau die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme. Diese werden überprüft, und es wird eine eidesstattliche Versicherung von Ihnen eingefordert! Hier finden Sie weitere Informationen:
https://wm.badenwuerttemberg.de/de/service/foerderprogramme-und-aufrufe/liste-foerderprogramme/soforthilfecorona/
Der vollelektronische Antragsprozess soll ab Mittwochabend (25.03.20) möglich sein.

 


In eigener Sache

Aktuell versuchen wir, die Lage unserer Mandanten zu beurteilen und geeignete Maßnahmen zu erarbeiten. Wir haben bereits Unmengen von Anpassungsanträgen geschrieben. Die ersten Anträge auf Kurzarbeit sind gestellt.
Leider können auch wir unseren Kanzleibetrieb nicht uneingeschränkt aufrechterhalten. Dies liegt alleine schon daran, dass ein Teil des Teams aus Müttern und Vätern besteht, deren Kinder wegen der geschlossenen Schulen und Kindergärten im Moment zuhause sind und aus naheliegenden Gründen nicht einfach bei den Großeltern abgegeben werden können. Soweit es möglich ist, wird Arbeit nachhause verlagert.
Persönliche Mandantentermine reduzieren wir so weit wie möglich und versuchen sie soweit wie möglich telefonisch abzuarbeiten.
Wir sind auf jeden Fall mindestens per Mail erreichbar. Näheres teilen wir Ihnen an dieser Stelle mit, sobald wir Bescheid wissen.
Wir bitten Sie an dieser Stelle ausdrücklich, uns weiterhin fortlaufend wie gewohnt Ihre Unterlagen zur Bearbeitung einzureichen. Schließlich möchten auch wir nach der im Laufe des Sommers hoffentlich endlich abgeklungenen Corona-Krise nicht völlig in Arbeit ersticken.